Bauzinsen und Baufinanzierung

Was den Sparer ärgert, das erfreut den Häuslebauer. Nie waren die Erträge auf Sparguthaben und Finanzprodukte so niedrig wie heute. Wer sein Geld anlegt, der kompensiert zumeist nur die Inflation, große Gewinne fallen hingegen nicht mehr ab. Ganz anders sieht die Situation für den Verbraucher aus. Produkte und Dienstleistungen, die mittels eines Kredites finanziert werden, sind im besten Falle zinsfrei.

Dies bewahrheitet sich nicht nur in den vollmundigen Versprechen großer Elektronik-Handelsketten. Eine Baufinanzierung ist und bleibt zwar nicht gänzlich ohne Zusatzkosten, doch auch hier kann vom Niedrigzins deutlich profitiert werden. Lagen die Bauzinsen beispielsweise zu ihren Hochzeiten 2011 noch bei gut 5%, können heute bestenfalls Konditionen unter der Marke von einem Prozent erzielt werden. Wer also schon immer mit dem Gedanken gespielt hat zu bauen, sollte nicht lange zögern, denn das Zinstief wird nicht ewig anhalten.

Bauzinsen im Allgemeinen

Wer ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung finanzieren möchte, ist auf ein Darlehen von einer Bank oder Sparkasse angewiesen. Bauzinsen sind eine spezielle Form eines Zinses, welcher an eine Immobilienfinanzierung gebunden ist. Das Kreditinstitut erhebt für den bereitgestellten Darlehensbetrag einen Zins, den der Verbraucher als Gegenleistung für die erhaltene Kreditsumme zahlen muss. Die branchenübliche Angabe des Bauzinses erfolgt in Prozent und ist auf den Zeitraum eines Jahres bezogen.

Zusammensetzung von Bauzinsen

Eine Vielzahl von Faktoren bestimmt letztendlich die Höhe der tatsächlichen Bauzinsen. Zum einen sind die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und deren Festlegung der Höhe des Leitzinses maßgeblich. Hier wird bestimmt, zu welchen Konditionen sich Banken und Sparkassen Geld bei der EZB beschaffen können. Daraus resultiert dann, zu welchen Konditionen die Kreditinstitute Darlehen an den Verbraucher weitergeben können. Neben diesen marktpolitischen Gesichtspunkten spielen jedoch noch zwei weitere Bereiche eine entscheidende Rolle für die spätere Höhe der Bauzinsen: Zum einen sind es die persönlichen Lebensumstände des Kunden selbst und zum zweiten die Finanzierungsdetails, die Einfluss auf die Gestaltung der Bauzinsen haben.

persönliche Aspekte

  • Art der Erwerbstätigkeit und Bonität
  • Art der Immobilie und Art der Nutzung
  • Lage der Immobilie: sowohl generell (Stadt/Land) als auch absolut (Zentrum/Stadtrand)

Die persönlichen Aspekte sind bei der Vergabe von Darlehen essentiell. Sofern das wirtschaftliche Einkommen gesichert und darüber hinaus die Bonitätsauskunft aussagekräftig genug ist, nur dann wird die Bank überhaupt erst ein Darlehen gewähren. Ebenso wird überprüft, ob die Finanzierungssumme für das Projekt überhaupt plausibel und angemessen ist – in Anbetracht der Lage der Immobilie, deren Beschaffenheit und der Art der zukünftigen Nutzung.

Um die persönlichen Voraussetzungen bei der Kreditvergabe im Vorhinein schon einmal zu testen, bieten sich sog. Baufinanzierungs-Rechner an. Mit deren Hilfe können die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse schon einmal hinreichend überprüft werden. Sind die persönlichen Voraussetzungen ausreichend erfüllt, geht es nun daran, die Finanzierungsdetails festzulegen. Auch hier spielen einzelne Faktoren in die Gesamtbewertung der Höhe des endgültigen Bauzinses hinein.

Teilaspekte der Finanzierung

  • Höhe des Eigenkapitals
  • Höhe des Darlehens
  • Zinsbindung und Tilgungshöhe
  • Sondervereinbarungen (bspw. Sondertilgung)

Einen großen Vorteil hat der Verbraucher, wenn der Anteil des eingebrachten Eigenkapitals möglichst hoch ist. Je mehr Eigenkapital beigesteuert wird, desto geringer ist am Ende der Zins der Baufinanzierung. Können Kunden beispielsweise nur 20% Eigenkapital oder weniger einbringen, wird in der Regel ein Aufschlag zwischen 0,2 und 0,8 veranschlagt. In der momentanen Situation ist es ebenfalls ratsam, die Tilgungshöhe nicht bei dem üblichen 1% zu belassen, sondern nach Möglichkeit auf mindestens 2% zu erhöhen. Das verringert die Darlehens-Laufzeit spürbar und letztendlich auch die Zinskosten. Ebenso gilt es derzeit, sich die günstigen Bauzinsen so lang wie möglich zu sichern – am besten für 15 oder sogar 20 Jahre. Das bringt einerseits eine hohe Planungssicherheit und verringert anderseits langfristig die Zinsbelastung.

Fazit zum Thema Bauzinsen

Nie zuvor war der Erwerb von Wohneigentum, sei es in Form eines Hauses oder einer Eigentumswohnung, so günstig zu finanzieren wie derzeit. Neben den marktpolitischen Umständen spielen jedoch bei der Höhe der Bauzinsen auch die persönlichen Voraussetzungen sowie die Vertragsinhalte eine wesentliche Rolle. Grundsätzlich gilt hier: Je höher das Eigenkapital und die wirtschaftliche Sicherheit ist, desto geringer sind die Zinsen beim Baukredit. Darüber hinaus gilt: je kürzer die Laufzeit des Darlehens ist bzw. je schneller das Darlehen abbezahlt wird, desto günstiger sind die Gesamtkosten.

Hier sind jedoch die individuellen Voraussetzungen maßgeblich entscheidend. Eine individuelle Finanzierung sowie eine ausführliche Beratung zum Thema Baufinanzierung gibt es bei speziellen Baufinanzierungs-Experten.

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