Geerbte Immobilie verkaufen: Darauf kommt es an

Sie haben eine Immobilie geerbt und möchten verkaufen? Dabei gibt es einiges zu beachten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Schritte vor.  

Den rechtlichen Rahmen klären

Klären Sie zunächst Ihre eigene Rechtsstellung: Sind Sie als Erbe oder als Vermächtnisnehmer eingesetzt? Als Vermächtnisnehmer erhalten Sie lediglich einen bestimmten Vermögensgegenstand – in diesem Fall eine Immobilie. Als Erbe treten Sie dagegen die volle Rechtsfolge an. Sind noch weitere Personen am Erbe beteiligt, so ist der Nachlass gemeinschaftlich zu verwalten. Alternativ kann sich eine Erbengemeinschaft auch per Erbauseinandersetzungsvertrags selbst auflösen und den Nachlass offiziell teilen.

Wichtig: Wenn Sie die Immobilie als Erbe annehmen, dann erhalten Sie sie nebst allen Verbindlichkeiten wie Bürgschaften oder Immobilienkrediten. Verschaffen Sie sich daher einen genauen Überblick über die Vermögenssituation des Erblassers. Ist der Nachlass überschuldet, kann es sinnvoll sein, das Erbe gegenüber dem Nachlassgericht auszuschlagen. Nach Verstreichen der Ausschlagungsfrist von 6 Wochen gilt die Erbschaft als angenommen.

Erbschein beantragen

Sie möchten die geerbte Immobilie annehmen? Dann benötigen Sie nun einen Erbschein vom zuständigen Amtsgericht, der Sie als rechtmäßigen Erben ausweist und zur Einsichtnahme in das Grundbuch berechtigt. Als Teil einer Erbengemeinschaft können Sie einen gemeinschaftlichen Erbschein oder einen Teilerbschein beantragen. Alternativ kann auch die Vorlage eines Erbvertrages oder eines notariellen Testaments als Nachweis der Erbfolge ausreichen. Anschließend stellen Sie beim Amtsgericht einen Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs, sodass Sie als rechtmäßiger Eigentümer über die Immobilie verfügen können.

Verkehrswert ermitteln

Lassen Sie nun den Verkehrswert der geerbten Immobilie ermitteln. Am besten beauftragen Sie damit einen staatlich anerkannten Gutachter. Falls Sie nicht selbst aktiv werden, ermittelt das Finanzamt den Verkehrswert. Bestehende Verbindlichkeiten werden selbstverständlich berücksichtigt; ist das Haus vermietet, werden außerdem zehn Prozent vom Verkehrswert abgezogen.

Sie möchten die Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Erbfall verkaufen oder vermieten? Dann wird die Erbschaftssteuer fällig. Die Höhe hängt vom Verkehrswert der Immobilie und dem Verwandtschaftsgrad mit dem Erblasser ab. Hat der Erblasser die Immobilie nicht selbst genutzt, ist außerdem eine Spekulationssteuer zu zahlen. Behalten Sie daher die Fristen gut im Auge – bei diesen und allen weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

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