Lara Tilleke - Brillenliebe in Bielefeld

Brillenliebe: Erfolg mit gutem Handwerk und starkem Marketing

„Brillenliebe“ – wie aus einer Berufung eine Existenzgründung wurde

Der Name ist Programm. „Brillenliebe“ heißt der Laden von Lara Tilleke in der Bielefelder Altstadt. Am 1. Juni 2016 hat sie ihr Unternehmen in der Obernstraße eröffnet, in unmittelbarer Nachbarschaft zur St. Jodokus Kirche, am Durchgang zum Klosterplatz.

Lara Tilleke muss lachen, wenn man sie fragt, wie sie an die Brille gekommen ist. Eines wusste sie schon in der 7. Klasse der Gesamtschule: Schule oder gar Studium ist nichts für mich. Irgendwie wollte sie nicht einsehen, dass sie für die Schule Dinge lernen sollte, die sie nicht interessierten. Ihre Eltern waren nicht gerade begeistert von Fragen wie: „Warum soll ich Englisch lernen, wenn doch alle Deutsch mit mir sprechen?“ Ganz im Gegensatz zu ihrer großen Schwester wollte sie auf jeden Fall nach der 10. Klasse die Schulkarriere beenden. Und ihr Beruf sollte etwas Praktisches, etwas Handwerkliches sein – und mit Menschen zu tun haben.

Wer den weiteren Weg der im Jahr 1990 in Bielefeld Geborenen verfolgt, kann sich nur wundern, mit welcher Hartnäckigkeit und Konsequenz und mit welchem Einsatz die Gründerin ihre Ziele verfolgt hat. Viel lernen gehörte übrigens auch dazu, aber zielgerichtetes Lernen ist für sie immer in Ordnung.

Schulpraktikum eröffnet Weg zur Berufsfindung

In der 9. Klasse ging es um ein Schulpraktikum, Büro kam nicht infrage. In der Beratung wurde Goldschmiederei oder Augenoptik angeboten. Das dreiwöchige Praktikum endete mit dem Versprechen an die damals 15-Jährige, sie könne gerne eine Ausbildung bei Optik Hampe in Oerlinghausen machen. Das war die Grundlage für eine beeindruckende Karriere. Drei Jahre lang, von 2007 bis 2010, ließ sie sich zur Augenoptikerin ausbilden, lernte alles, was eine gute Fachfrau für das anspruchsvolle Handwerk braucht. Nach der Ausbildung wurde sie als Augenoptikergesellin in der ProOptik Filiale in Lübbecke angestellt.

Lara Tilleke in ihrem Landengeschäft Brillenliebe in BielefeldDie damals erst 20-Jährige wusste schon früh, dass sie mehr wollte. Ein Jahr später begann die Ausbildung zur Ausbilderin und Fachkauffrau in der Handwerkskammer Dortmund. Unmittelbar danach besuchte sie die Meisterschule für Augenoptik und nutzte für die Finanzierung der rund 15.000 Euro Kosten das Meister Bafög. Konsequent folgte ein weiterer Schritt: Zwei Jahre lang arbeitete sie als Niederlassungsleiterin bei Pro Optik in Bünde. Hier übernahm die junge Meisterin Personalverantwortung, kümmerte sich um die Sortimentsplanung und lernte aus der Praxis heraus die Feinheiten von Kundenbedarfs- und Marktanalysen.

Wechsel in die Industrie

2014 wollte sie die andere Seite kennenlernen, zog nach Essen und wurde Außendienstmitarbeiterin bei Rupp + Hubrach Optik, ein großer Hersteller von Brillengläsern und Veredelungen. Sie betreute Kundinnen und Kunden im Gebiet Rhein/Ruhr, lernte viel über den Auf- und Ausbau von Kundenbeziehungen, schulte das Personal in den Optikergeschäften, erweiterte ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse.

2016 stand für Lara Tilleke fest, dass sie ein eigenes Geschäft haben wollte, in der Bielefelder Altstadt. Mit einem Angebot an Brillen und Kontaktlinsen sowie zahlreichen Services, das sich deutlich vom durchaus großen Wettbewerb unterscheiden sollte. Eine intensive Wettbewerbsanalyse bot die Grundlage für die Differenzierung. Das Glück ist mit den Tüchtigen: Sie fand auf Anhieb die passenden Räume, die der Vermieter für sie reservierte, damit sie in Ruhe die Finanzierung arrangieren konnte.

Professioneller Auftritt, exzellenter Business Plan

Jetzt kam die Sparkasse Bielefeld ins Spiel. Tanja Siepke vom GründerCenter war schnell überzeugt, dass die junge Gründerin Erfolg haben würde. Der Business Plan war exzellent, das Fachwissen unbestritten. Brillenliebe - Hochwertige Brillen in der Bielefelder AltstadtLara Tilleke konnte auch ihre Vorstellungen vom unkonventionellen Ladenbau professionell präsentieren. Angestrebte Kooperationen wie die mit der renommierten Firma Carl Zeiss versprachen den Erfolg für eine Differenzierungsstrategie, die persönlich gehaltene Services in den Vordergrund rückt und Marketing vor allem mit Kundenbegeisterung und Weiterempfehlung in Verbindung bringt.

Bei der Finanzierung des Vorhabens konnte Tanja Siepke ihre umfassende Kenntnis öffentlicher Fördermittel einbringen. Sie koordinierte die Abstimmung mit den Förderbanken wie der KfW, der NRW.Bank und der Bürgschaftsbank NRW und erstellte die kompletten Antragsunterlagen.
Das Ergebnis nach etwa zwei Monaten der Vorbereitung: Ein attraktiver Finanzierungsmix aus Sparkassenmitteln und zinsgünstigen Fördergeldern.

Ansprechende Website, Sponsoring bei Arminia

Auf der Website und in sozialen Kanälen werden die Kundinnen und Kunden mit „Du“ angesprochen. Die Sponsoraktivitäten bei Arminia – die „Brillenliebe“ sorgt für Kontaktlinsen und ist im Gegenzug Mitglied im Offiziellen Sponsoren-Club – sind gut investiertes Werbegeld. Wer reinkommt ins Geschäft, wird von einem fröhlich-strahlendem Team empfangen, zu dem mittlerweile vier Brillenfans gehören. Nach zwei Jahren kommen jetzt auch die Wiederkäufer, ein gutes Zeichen.

In erster Linie geht es um gutes Handwerk

Bei aller Begeisterung fürs Marketing ist die Inhaberin von „Brillenliebe“ gleichwohl bodenständig und weiß sehr wohl, dass es neben dem Einkaufserlebnis in erster Linie um bestes Handwerk geht. Dazu gehören neuste Technologien zur Augenvermessung oder die Vermessung der Nachtsehfähigkeit. Dass Brillengläser exakt auf die Sehstärke abgestimmt sein müssen, versteht sich von selbst.

Hochmoderne Technik bei Brillenliebe in BielefeldDas würdigte gerade auch die Stiftung Handwerk OWL und zeichnete Lara Tilleke als „erfolgreichste Gründerin im Handwerk“ aus. Neben der hochmodernen Messgeräteausstattung war die Stiftung auch von dem Konzept des Showrooms mit „Wohlfühlcharakter“ überzeugt.

Gute Kontakte in die augenoptische Industrie nutzt die Inhaberin für den Zugang zu ausgefallenen Brillenmodellen. Und natürlich ist sie bei allen relevanten Brillenmessen vor Ort, hat zuletzt im Januar 2019 bei der OPTI in München Trends und Attraktionen nachgespürt.

Die Ziele der Gründerin für die kommenden Monate? Konsolidierung und etwas mehr Ruhe reinbringen in den teils hektischen Alltag. Und was sagen die Eltern zu ihrer schulresistenten Tochter? Die sind natürlich stolz und werben bei jeder Gelegenheit für die „Brillenliebe“. Und bieten einen echten Mehrwert für das junge Unternehmen: Der Vater ist Elektriker und konnte beim Ladenbau unterstützen. Und wenn es bei der Tochter mal klemmt, ist er schnell zur Stelle.

www.brillenliebe-bielefeld.de
www.brillenliebe-detmold.de

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