Bielefelder Startup Robomatic gewinnt beim Startklar-Wettbewerb

Bielefelder Startup Robomantic gewinnt beim Startklar-Wettbewerb

Die Gewinner des diesjährigen Businessplan-Wettbewerbs stehen fest. Einer der vier Gewinner ist das Bielefelder Startup Robomantic. Ihre Idee: Ein Handschuh, der einem Robotor einen feinmotorischen Tastsinn verleiht. Mit ihrer Idee haben sie die Jury in der Kategorie „Hightech und Forschung“ überzeugt. Insgesamt haben es vier Startups auf die Siegertreppe geschafft und zusammen ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro gewonnen.

Hauptgewinner ist ein Startup aus Paderborn

Unchained Robotics: So nennt sich das Startup aus Paderborn, welches mit einer ausgeklügelten Steuerungssoftware für kollavorative Robotik in der Fertigungsindustrie die Jury überzeugt hat. Ihr Ziel: Industrieelle Fertigungsprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen flexibel und kostengünstig zu optimieren. Die aus Cobot, Industriekamera, Greifer sowie der entwickelten Software bestehende Komplettlösung automatisiert Pick & Place-Vorgänge im Produktionsprozess oder in der Logistik einfach und sicher. Auf Basis von Bilderkennung und Künstlicher Intelligenz kann das System auf beliebige Bauteile und Objektgrößen trainiert werden. Das ermöglicht den Unternehmen die größtmögliche Flexibilität. Aufträge bis hin zur Losgröße 1 können ohne aufwendige und kostenintensive Anpassungsmaßnahmen erledigt werden. Unchained Robotics versteht sich als Full-Service-Anbieter und bietet neben der Softwarelösung auch deren Implementierung in den Produktionsprozess sowie die Montage und Wartung der mitgelieferten Systemkomponenten an. Für ihre idee erhält das Team um Kevin Freise, Mladen Milicevic und Anton Veynshter ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Bielefeld: Fingerspitzengefühl für Roboter

Ein Bielefelder-Team gewinnt in der Kategorie „Hightech und Forschung“: Das Startup Robomantic hat in seiner Forschungsarbeit am CITEC der Universität Bielefeld eine neuartige berührungsempfindliche Taktilsensorik auf der Basis von Hightech-Textilien entwickelt. Ihre Besonderheit liegt in der durchgängigen Elastizität der Sensorzellen, womit sie sich gut als künstliche Haut oder Roboterhaut beschreiben lässt. Die Sensoren lassen sich somit erstmals auch auf beweglichen weichen Objekten einsetzen und wie Textilien verarbeiten. Auf Basis dieser neuen Technologie bringt Robomantic einen Datenhandschuh auf den Markt, der als Messinstrument für Bewegungen und Berührungen der menschlichen Hand dient. Die hiermit lösbaren Aufgabenstellungen reichen von der Erforschung des haptischen Verhaltens von Menschen bis zur praxisbezogenen Verbesserung von Produkt- und Arbeitsplatzergonomie in der Industrie. Auf Grundlage der Taktilsensorik von Robomantic werden außerdem innovative Produkte in den Bereichen Robotik und Prothetik entwickelt und angeboten, um Roboter sicherer zu machen und Prothesenträgern Fingerspitzengefühl zu verleihen. Um die Weiterentwicklung der Idee zu fördern erhalten Julia Niermann, Gereon Büscher und Alexander Jacob ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Nachhaltige und individuelle Designermöbel aus Steinhagen

In der Kategorie „Industrie, Handwerk und Dienstleistungen“ gewinnt FORMFREUND die Holzmanufaktur aus Steinhagen. Mit dem Aufbau der Formfreund Holzmanufaktur ist dem Tischlermeister und Produktdesigner Tim Brüggemann die erfolgreiche Übernahme einer traditionellen Bau- und Möbeltischlerei sowie deren Neuausrichtung in eine Manufaktur für hochwertige Designermöbel gelungen. Das Geschäftskonzept stützt sich auf ein breites Produkt- und Dienstleistungsangebot. Dieses umfasst neben klassischen Bereichen wie der individuellen Anfertigung von Möbeln, der Montage von Fertigbauteilen oder dem Innenausbau auch neu erschlossene Tätigkeitsfelder. Unter dem Dach des eigenen Labels FORMFREUND konnte beispielsweise eine eigene Möbelkollektion auf dem Markt etabliert werden. Diese beinhaltet hochwertige Designmöbel, die zumeist aus Massivholz gefertigt sind. Dabei werden Kunden aktiv eingebunden – vom Fällen des Baumes über das Zuschneiden der Teile bis zur Produktion des Möbelstücks. Vertrieben werden die Möbelstücke über verschiedene Onlineportale sowie den regionalen Einzelhandel. Über eine innovative Unternehmenskultur und umfangreiche Social Media-Aktivitäten begeistert das Unternehmen viele junge Menschen für das Tischlerhandwerk und wächst kontinuierlich.

Aachen: Recycelte E-Auto-Batterien speichern Photovoltaik-Strom

Durch den Ablauf der EEG-Förderung im Jahr 2021 fehlt Solaranlagenbetreibern der wirtschaftliche Anreiz, ihren durch Photovoltaik produzierten Strom in das Netz einzuspeisen. Stattdessen suchen sie nach Lösungen, die gewonnene Energie zu speichern und für den eigenen Bedarf zu nutzen. Das Startup Voltfang aus Aachen gewinnt mit seiner Idee in der Kategorie „Zukunft und Gesellschaft“. Voltfang bietet einen umweltfreundlichen und preiswerten Hausspeicher an. Dieser besteht aus wiederaufbereiteten Batterien von Elektroautos. Neben der Bereitstellung einer effizienten Speicherlösung adressiert Voltfang also auch das bisher wenig beachtete Entsorgungsproblem alter Autobatterien und umgeht gleichzeitig die Produktion komplett neuwertiger Akkumulatoren. Bei der Vermarktung seines Produkts setzt das Unternehmen auf eine Komplettlösung: neben der Produktion und Lieferung der Hausspeicher übernimmt es auch die Montage vor Ort. Das Team: Roman Alberti, David Oudsandji & Afshin Doostdar

59 Gründerteams waren beim Wettbewerb dabei

Insgesamt haben sich beim Businessplan-Wettbewerb startklar OWL 59 Gründerteams beteiligt. Von ihnen haben 30 einen Businessplan eingereicht. Hinter dem Wettbewerb steckt die OstWestfalenLippe GmbH und weitere 22 Partner. Darunter die IHKs und die Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderungseinrichtungen der Kreise sowie die Städte Bielefeld und Paderborn. Neben weiteren Organisationen sind auch die Hochschulen der Region vertreten. Die Sparkassen in OWL sind Hauptsponsoren des Wettbewerbs.

Titelfoto: CITEC/Universität Bielefeld

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